Weisheitszahn-OP: Alles rund um den Ablauf, die Risiken und die Vor- und Nachsorge

Weisheitszähne brechen etwa im Alter zwischen 16 und 25 Jahren durch. Der Name bezieht sich demnach auf das, zumindest aus Sicht der Entwicklung des Gebisses, hohe Alter, in welchem die Weisheitszähne in Erscheinung treten.

Doch was ist eigentlich ein Weisheitszahn? Warum müssen sie entfernt werden, wie ist der Ablauf einer OP und was gilt es bei der Vor- und Nachsorge zu beachten? Wir bieten Ihnen in diesem Blogartikel eine Übersicht über alle relevanten Informationen zum Thema Weisheitszähne.

Sollten Sie darüber hinaus eine Frage haben oder einen Termin für die Kontrolle / Entfernung eines Weisheitszahns benötigen, können Sie direkt online einen Termin vereinbaren.

Wenn die Weisheitszähne schmerzen, sollten Sie gezogen werden.
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Was sind Weisheitszähne?

Weisheitszähne sind ein Relikt aus der menschlichen Evolution und stammen aus der Frühphase der Menschheit, in der der größte Teil der Nahrung unverarbeitet gegessen wurde. Dementsprechend war der Aufwand der Zerkleinerung der Lebensmittel, egal ob rohes Fleisch oder Wurzeln etc. Hierfür war das Vorhandensein von 4 zusätzlichen Backenzähnen von Vorteil, da diese insbesondere zum Zermahlen der Nahrung dienen.

Mit dem Wandel der Ernährungsgewohnheiten, von roher Nahrung hin zu gegarter und damit weicher Kost, bildete sich das menschliche Gebiss zurück. Für einen jeweils achten Zahn war in den Quadranten kein Bedarf mehr.

Bei einigen wenigen Volksgruppen in Asien und Afrika ist das noch anders. Deren Ernährung besteht hauptsächlich aus Rohkost bzw. vegetarischem Essen. Somit besteht weiterhin eine Notwendigkeit an zusätzlichen Backenzähnen, weshalb die Weisheitszähne voll ausgebildet ihren Platz im Kiefer haben.

In Europa wiederum haben etwa 80 % der jungen Erwachsenen einen oder mehrere Weisheitszähne, die nicht durch den Kiefer durchgebrochen sind.

Warum müssen Weisheitszähne gezogen werden?

Zunächst muss festgehalten werden, dass Weisheitszähne nicht per se gezogen werden müssen. So kann es durchaus sein, dass die Achter genug Platz im Kiefer haben und somit sich problemlos ausbilden können.

Problematisch wird es, wenn die Weisheitszähne schief im Kiefer liegen oder gegen die Knochen des Nachbarzahns drücken. Beschwerden entstehen dann durch überspannte Haut oder den permanenten Druck auf den Knochen des Nachbarzahns. Dabei besteht die Gefahr einer dauerhaften Schädigung des siebten Backenzahns.

Entsteht etwa eine Schleimhautkapuze über dem Weisheitszahn, können sich darunter Speisereste sammeln und eine Entzündung hervorrufen. Dies betrifft zumeist die beiden Weisheitszähne im Unterkiefer. Betroffene spüre häufig einen stechenden Schmerz. Zwar kann diese Schwellung bzw. die entstandene Tasche zumeist problemlos entfernt werden, allerdings sollte man deren Entstehung durch eine frühzeitige Entfernung des Zahns vermeiden.

Weitere Probleme können auftreten, wenn die Weisheitszähne schräg oder seitlich wachsen und damit auf die bestehenden Zähne drücken. Dies kann zum einen die Wurzeln der siebten Zähne schädigen, zum anderen gefährdet dieses Wachstum den Erfolg einer kieferorthopädischen Behandlung.

Zudem liegen teilweise die Wurzeln der Weisheitszähne schräg zu den bereits bestehenden Wurzeln und üben permanent Druck aus. Die betroffene Person spürt einen mitunter dauerhaften Schmerz.

Was muss man vor der Entfernung der Weisheitszähne beachten?

Eine gute Vorbereitung vor einer Entfernung der Weisheitszähne kann entscheidend sein, um den Heilungsprozess möglichst zu vereinfachen. Der Zahnarzt und sein Team verfügen über die Erfahrung in die Expertise, um die Operation komplikationsfrei zu gestalten. Doch die Zeit nach der OP gestalten Sie selbst. Der Zahnarzt gibt selbstverständlich Tipps an die Hand. Die Umsetzung dieser liegt dabei am Patienten.

Folgendes sollten Sie vor einer Operation am Weisheitszahn besorgen oder beachten, um eine möglichst ideale Nachsorge zu gewährleisten – frei von Komplikationen:

  • Essensplan aufstellen: Beachten Sie, dass Sie in den Tagen nach der OP in erster Linie nur Lebensmittel zu sich nehmen können, die nicht gekaut werden müssen. Insbesondere Suppen, Smoothies oder Brei sind empfehlenswert. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Speisen weder zu heiß bzw. kalt und nicht zu scharf sind.
  • Kühlpacks: Insbesondere in den ersten beiden Tagen nach dem Eingriff sollte Sie Ihre Wangen kühlen. Achten Sie dabei auf ausreichend große Kühlpacks.
  • Schmerzmittel: Sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt ab, welche Mittel für Sie empfehlenswert sind und sorgen Sie für eine ausreichende Versorgung. Gebräuchlich sind Ibuprofen und Paracetamol.
  • Spezielle Zahnbürsten: Trotz Operationen dürfen Sie in den Tagen danach die Zahnpflege nicht vergessen. Kleine und weiche Bürsten helfen, Ihre Zähne rund um die Wunden möglichst schonend zu reinigen.
  • Begleitperson: Falls möglich, sollte Sie eine Begleitperson nach der OP nach Hause bringen, da Nachblutungen möglich sind und Sie noch durch Schmerzmittel beeinträchtigt sind. Alternativ können Sie sich ein Taxi bestellen.

Welche Narkose ist möglich?

Die Entfernung der Weisheitszähne kann unter lokaler Betäubung oder unter Vollnarkose stattfinden. Zu den jeweiligen Vorzügen beraten wir Sie gerne ausführlich in einem ersten Termin vor dem Eingriff.

Wie viele Weisheitszähne können auf einmal entfernt werden?

Je nach Bedarf – manchmal müssen beispielweise nur zwei von vier Zähnen entfernt werden – sprechen wir gerne mit Ihnen mögliche Varianten durch. So können beispielsweise nur die Weisheitszähne auf einer Seite des Gebisses entfernt werden. Somit kann in den Tagen nach der Operation die andere Gebisshälfte zum Kauen genutzt werden. Bei dieser Art der Entfernung sind allerdings mehrere Wochen Pause einzuplanen.

Alternativ können auch alle vier Zähne in einer Operation entfernt werden, somit entfällt eine erneute Heilungsphase.

Wie läuft eine Weisheitszahn-OP ab?

Vor dem Beginn der Operation wird ein DVT-Röntgenbild angefertigt, welches für den eigentlichen Ablauf der OP von enormer Bedeutung ist. Die Lage des zu entfernenden Zahns ist darauf ebenso sichtbar wie der Zahnnerv, wodurch das Risiko einer Schädigung minimiert wird.

Je nach Anzahl der zu ziehenden Zähne dauert die OP in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Je nach gewählter Narkoseart wird nach dem Beginn der Wirkung mit dem Aufschneiden des Zahnfleischs begonnen, welches bis zum Knochen gelöst wird. Im Idealfall kann der Zahn an einem Stück gelöst werden. Falls der Zahn schief liegt oder eine ungewöhnliche Form besitzt, ist eine Zerteilung und Entfernung Schritt für Schritt möglich. Im Anschluss wird die Wunde vernäht, die Fäden werden nach etwa sieben Tagen gezogen.

Neben diesen Fällen ist es zudem möglich, dass der Weisheitszahn bereits aus dem Kiefer herausgewachsen ist. Sollte dies eingetreten sein, so kann der Zahn problemlos gezogen werden. Eine aufwändigere OP entfällt dementsprechend.

Was muss man nach der Entfernung der Weisheitszähne beachten?

Falls Sie sich gut auf die Zeit nach der Behandlung vorbereitet haben, können Sie den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Zur Schmerzlinderung bieten sich, wie bereits erwähnt, Medikamente wie Ibuprofen an. In erster Linie sollten Sie sich schonen, unnötige körperliche Anstrengung birgt die Gefahr von Nachblutungen.

Sollten folgende Faktoren eintreten, wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Arzt:

  • Fieberschübe
  • Pochende Schmerzen
  • Starke Nachblutungen

Schmerzen und Schwellungen sind nach einer solchen OP normal, Sie sollten den Eingriff nicht unterschätzen! Die Schmerzen halten zumeist zwischen 7 und 14 Tagen an, die Intensität nimmt aber von Tag zu Tag ab.

Sollten Sie allerdings nach vier bis fünf Tagen bemerken, dass die Schmerzen wieder stärker werden und auch die Schwellungen wieder zunehmen, kann eine Infektion vorliegen. Ein weiterer Hinweis hierfür kann starker Mundgeruch sein.

In der Wunde bildet sich ein Bluttropf, der sich nach und nach zu neuem Bindegewebe formt. Sie können diesen Prozess mit regelmäßiger Kühlung und ausreichend Ruhe unterstützen. Im besten Fall halten Sie sich an den aufgestellten Essensplan und pflegen zudem weiterhin Ihre Zähne. Die ersten 24 Stunden nach der OP sollten Sie allerdings auf das Putzen verzichten, die Wahrscheinlichkeit einer Nachblutung ist zu groß. Seien Sie im Anschluss beim Putzen äußerst vorsichtig im Bereich der Wunde und der Nähte!

Auf was sollte man nach der Weisheitszahn-Entfernung verzichten?

Stellen Sie Ihre Ernährung nicht zu schnell wieder auf feste Lebensmittel um und bleiben Sie (zumindest die ersten sieben Tage) bei Suppen, Brei oder Ähnlichem. Verzichten Sie auf Kaffee, Alkohol und Zigaretten bzw. Nikotin.

Sport sollten Sie mindestens bis zum Ziehen der Fäden unterlassen. Hochleistungssport muss etwa vier bis sechs Wochen ruhen. Geben Sie Ihrem Körper ausreichend Zeit, damit die Wunden gut ausheilen.

Welche Risiken existieren bei einer Entfernung von Weisheitszähnen?

Wie jede Operation birgt auch die Entfernung der Weisheitszähne gewisse Risiken, über die wir Sie gerne im Vorfeld umfangreich aufklären.

Die meisten Risiken lassen sich allerdings durch eine perfekte Diagnostik, schonende Behandlungsmethoden und den Einsatz von moderner Technik und Instrumenten minimieren bzw. auflösen.

Dennoch können folgenden Probleme auftreten:

  • Postoperative Entzündungen, welche durch Bakterien hervorgerufen werden, die in die Wunden eindringen.
  • Bei Schädigungen des Zahnnervs können Gefühlstörungen in der Unterlippe und allgemein Taubheitsgefühle auftreten.
  • Im Schlimmsten Fall können Abszesse und Knocheninfektionen auftreten.
  • Insbesondere bei unsachgemäßem Gebrauch von Instrumenten kann eine Schädigung der benachbarten Zähne eintreten.

Insgesamt sind die Risiken relativ gering, die Entfernung der Weisheitszähne zählt zu den häufigsten zahnmedizinischen Eingriffen überhaupt.

In der Zahnarztpraxis Assindentia in Essen-Holsterhausen kennen wir uns mit dem Ziehen von Weisheitszähnen bestens aus. Dabei haben wir immer den Patienten im Blick und gestalten die Behandlung so schonend wie möglich. Vereinbaren Sie gleich Ihren Termin bei uns!

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